Veröffentlicht am Mo., 20. Dez. 2021 09:00 Uhr

Laut Knigge ist es jetzt eigentlich schon zu spät, trotzdem möchte ich Ihnen heute noch ein frohes neues Jahr wünschen! Und weil ich Geschichten so sehr liebe, möchte ich meinen Wunsch mit dieser Erzählung verbinden:

 Ein Vater und seine Tochter umarmten sich herzlich am Flughafen. Beide wussten, dass dies vermutlich ihr letztes Treffen war – er war alt und hatte nicht mehr lange zu leben, und sie wohnte weit weg und konnte nicht so oft zu Besuch kommen.

Schließlich wurde es Zeit für die Tochter, durch das Gate zu gehen.

„Ich liebe dich. Ich wünsche dir ausreichend.“, sagte der Vater zur Tochter.

„Ich liebe dich auch, Papa. Ich wünsche dir ausreichend.“

Ein Passagier, der in der Nähe stand, konnte es nicht bleiben lassen, sich zu erkundigen, was es zu bedeuten hätte, dass sie einander „ausreichend“ wünschten.

„Das ist ein Wunsch, der in unserer Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurde.“, antwortete der Mann. „Es bedeutet:

Ich wünsche dir ausreichend viel Sonne, damit dein Leben hell sein möge.

Ich wünsche dir ausreichend viel Regen, damit du die Sonne schätzen kannst.

Ich wünsche dir ausreichend viel Glück, damit du deine Lebenslust bewahren mögest.

Ich wünsche dir ausreichend viel Sorge, sodass selbst kleine Freuden dir groß vorkommen mögen. Ich wünsche dir ausreichend viel Gewinn, sodass du alles bekommen mögest, was du brauchst.

Ich wünsche dir ausreichend viel Verlust, damit du das, was du hast, schätzen kannst.

Ich wünsche dir, dass du ausreichend oft willkommen geheißen wirst, sodass du mit dem letztgültigen Abschied fertig werden kannst.“

(Kristina Reftel)

 

Mit den besten Wünschen,

Ihre Diakonin Frauke Laging

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